Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie
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München migrantisch - migrantisches München

Dr. SABINE HESS

Sommersemester 2007 bis Sommersemester 2008

Migration und ihre sozio-kulturellen Effekte sind aus unserem spätmodernen Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. So haben auch in unserem Fach eine zunehmende Zahl von Studierenden einen Migrationshintergrund, ganz zu schweigen vom Mensapersonal oder den Hausmeisterdiensten. Döner oder „Was guckst du?!“ gehören heute selbstverständlich zu unserem gastronomischen als auch medial en Welten. Dennoch hat die deutsche Politik und Gesellschaft sich erst spät als Einwanderungsland bekannt und bis heute wird die Anpassung oder Integration in eine vermeidliche deutsche „Leit“-Kultur mal direkter mal indirekter gefordert. Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten reden dagegen von „No integration“ (Kanak attak) oder von „Selbst-Eingliederung“ (Mark Teressidis). Und neuere kulturwissenschaftliche Konzepte wie das „Transnationalisierungsparadigma“ (u.a. Pries) gehen von einem grundsätzlich mobil en und grenzüberschreitenden Leben in mehreren Gesellschaften aus. In dem dreisemestrigen Forschungsprojekt haben wir uns gemeinsam am Beispiel der Migrationsbewegungen nach und durch München einerseits den vielfältigen Praktiken und Strategien der „Selbsteingliederung“ genähert. Zum anderen haben wir nachverfolgen, wel che Spuren die Migration im Alltagsleben der Mehrheitsgesellschaft in München zurückl ässt. Ist sie wirklich nicht mehr wegzudenken und wo? Was führt zu gelungenen Kontakten und was zu Konflikten, und wie wird mit Konflikten umgegangen? Diese und andere Fragen konnten zu forschungsl eitenden Fragestellungen werden, die von Kleingruppen und Einzelnen in eigenen Forschungsvorhaben im zweiten Semester umgesetzt werden.

Das Lernforschungsprojekt begleitete insofern eine gesamte Forschung von der Entwicklung der Fragestellung, ihrer Operationalisierung bis hin zur Auswertung der Daten in einem kollektiven Prozess der Seminargruppe.