Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie
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Band 34

Annegret Braun
Frauenalltag und Emanzipation
Münster, New York, München, Berlin: Waxmann Verlag 2005 (Münchner Beiträge zur Volkskunde, Bd. 34), 380 Seiten, br., ISBN 3-8309-1589-6.

Der Frauenfunk des Bayerischen Rundfunks in kulturwissenschaftlicher Perspektive (1945–1968)

Nach der Zäsur von 1945 blieb die Emanzipation der Frau - so hat es den Anschein - auf die frühe Nachkriegszeit beschränkt; denn in den Fünfziger Jahren war das gesellschaftliche Leben in der Bundesrepublik Deutschland weithin von einer konservativen Familienpolitik geprägt. Aber bedeutete dies wirklich einen emanzipatorischen Stillstand? Oder gab es im Selbstverständnis der Frauen untergründige Entwicklungen, die von dem vorherrschenden Frauenleitbild nur verdeckt worden sind?

Der Frauenfunk des Bayerischen Rundfunks, ein Medium am Puls der Zeit, hat die gesellschaftliche Entwicklung aufmerksam verfolgt und zu beeinflussen versucht. Die vorliegende Untersuchung zeigt auf einer breiten Quellenbasis sehr anschaulich, dass es nicht nur im politischen Raum, sondern vor allem im gelebten Alltag deutliche emanzipatorische Impulse gegeben hat. Die Sendungen des Frauenfunks dokumentieren die Veränderungen und spiegeln zugleich das Engagement der Redaktion, die trotz vieler Widerstände für ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Frauenleben eintrat. Deutlich wird ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen traditionellen und fortschrittlichen Tendenzen, in dem sich die Frauen bewegten.