Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie
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Stadt - Migration - Citizenship - Vortragsreihe/Institutskolloquium im Sommersemester 2017

Jeweils Dienstag, 19:15 – 21:00 Uhr. Bitte wechselnde Veranstaltungsorte beachten!

02.05.2017 – 11.07.2017

stadt migration citizenship

Städte sind zentrale Verhandlungsorte von Migration. Sie sind Schauplatz migrantischer Positionierungen und Kämpfe – schon in der Zeit des Gastarbeitersystems aber auch bei Protesten von Geflüchteten seit 2013, die sich besonders stark in Berlin, Hamburg und München manifestierten. Städte sind auch Knotenpunkte unterschiedlicher Formen von Mobilität.

Vor diesem Hintergrund werden vor allem in Städten Fragen der Teilhabe und des Zugangs zu sozialen Rechten in Bezug auf Arbeiten, Wohnraum und Bildung immer wieder diskutiert – sie hängen ebenso wie Möglichkeiten der Partizipation und Formen der Selbstorganisation eng mit städtischen Politiken und Konstellationen zusammen. Dies ist in den vergangenen Jahren vor allem in den Debatten um die so genannte Armutszuwanderung deutlich geworden, in denen Städte zu den treibenden Krä en von nationalen und europäischen Politiken des Ausschlusses und der Aushebelung von EU-europäischer Staatsbürgerschaft gehörten. In Städten werden aber auch neue Formen der Bürgerscha und Teilhabe sowie Solidarität erprobt, was zuletzt im Herbst 2015 beispielsweise in München deutlich wurde, als die Stadt zu einer regelrechten »Willkommens- stadt« wurde. Aber auch bei jüngsten »Recht auf Stadt«- Bewegungen werden neue Vergesellschaftungsformen deutlich, in denen »Eine Stadt für alle« unabhängig von Staatsbürgerschaften und anderen Differenzzuschreibungen gefordert wird. In diesen neuen Formen manifestiert sich eine »Urban Citizenship« des Zusammenlebens in Städten.

In der Vortragsreihe »Stadt – Migration – Citizenship« berichten die Vortragenden anhand zeitgeschichtlicher und aktueller Beispiele über den Zusammenhang dieser drei Aspekte. Mit einem Fokus auf Städte in Deutschland wie München und Berlin zeigen sie, wie hier Migration und Mobilitäten und die Bedeutung des Städtischen in Bezug auf Bürgerschaft sowie Teilhabe verhandelt wird. Dabei wird es um die letzten sechs Jahrzehnte der Migrationsgeschichte genauso wie auch um Veränderungen der jüngeren Zeitgeschichte gehen.

jeweils 19.15 – 21.00 Uhr

02.05.17

Lisa Riedner (München, Göttingen): Stadt regiert Migration. Konflikte um urban citizenship im Politikfeld der »Armutszuwanderung« in München (2010 – 2016)

Ort: Bellevue di Monaco (Müllerstraße 2-6, 80469 München)

16.05.17

Barbara Lemberger (Berlin):
 Soziale Mobilität aus der Perspektive der Migration – Ethnographische Erkundungen in der Ankunftsstadt Berlin-Kreuzberg der 1970er- und 1980er-Jahre

Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München)

23.05.17

Gülsah Stapel (Berlin):
Gegenerzählungen. Was eine türkeistämmige Erinnerungstopografie in Berlin alles kann.

Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München)

30.05.17

Ana Luleva (München):
Care Work als Beruf bulgarischer Arbeitsmigrantinnen im Rentenalter

Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München)

13.06.17

Ceren Türkmen (Giessen, Berlin):
The Fabric of »Communities in Struggle«. Verdrängung und Kämpfe aus Perspektive der Migration

Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München)

27.06.17

Simon Goeke (München):
»Wir sind alle Fremdarbeiter«. Migrantische Kämpfe und Stadtgesellscha in den 1960er- und 1970er-Jahren

Ort: Bellevue di Monaco (Müllerstraße 2-6, 80469 München)

11.07.17

Juliane Karakayali (Berlin):
»Es ist so eine Art Schutzraum auch« – Institutionelle Segregation und ihre Legitimierung im Kontext von Willkommensklassen in Berlin

Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums (St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München)